Carew Castle





Geschichte von Carew Castle

Schon in der Eisenzeit gab es eine Siedlung am Carew Fluss in der Grafschaft Pembrokeshire. Später kam ein Ringwall mit fünf Gräben hinzu, einiges von den Römern erbaut, da auch viel römische Keramik entdeckt wurde. Zu der Zeit war alles noch aus Erde und Holz. Ein normannischer Adliger, Gerald of Windsor, errichtete eine hölzerne Motte anstelle des Ringwalls.

Gerald bekam die Burg als Mitgift, als er die ...walisische Fürstentochter Nest ferch Rhys heiratete. Seine Erben nahmen den Namen Carew an. Sie ersetzten die Holzbauten immer mehr aus Stein. Für die nächsten Jahrhunderte blieb die Burg in dem Besitz der Carews, bis sie ende des 15. Jahrhunderts an Rhys ap Thomas verpfändet wurde. Er war der königliche Stellvertreter in Südwales. Er machte die Burg zu seinem Hauptwohnsitz und erweiterte und erneuerte Teile der Burg.

Seine Nachfahren fielen in Ungnade und die Burg ging an die Krone. 1558 wurde sie an Sir John Perrot vergeben, der die schöne elisabethanische Villa zum Fluss hin bauen ließ. Auch er wurde des Verrats beschuldigt und starb im Tower of London.

In den folgenden Jahren wechselten die Bewohner der Burg. Im Bürgerkrieg 1644 wurde sie nach einer Belagerung zerstört. Sie fiel wieder an den Staat, bis sie 1660 dem Carew-Clan zurückgegeben wurde. Danach wurde sie aber nicht mehr restauriert und verfiel immer mehr. 1983 wurde sie vom Pembrokeshire-Coast-Nationalpark gepachtet und restauriert.

In der Burg leben viele verschiedene Fledermausarten, es gibt ein reges Vogelleben und besondere Pflanzen sind zu sehen.

Hinter dem Schloss liegt am Mühlenteich eine Gezeitenmühle, die Tidal Mill, die schon 1542 erwähnt wurde. Das dreistöckige Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Am Parkplatz steht das Keltenkreuz, das Carew Cross, aus dem 11. Jahrhundert. Cadw hat das Kreuz als Vorlage seines Logos benutzt.

Die Geister von Carew Castle

Nicht einer sondern gleiche mehrere Geister sollen Carew Castle heimsuchen: Keltische Krieger auf den Wehrgängen, Küchenjungen die mit Pfannen und Töpfen klimpern, und ganz besonders die Weiße Lady und ein Berberaffe.

Es gab sogar schon eine vielzahl paranormalen Untersuchungen im Schloss und Gruppen und Organisationen sind willkommen über Nacht zu bleiben und eigene Untersuchungen durchzuführen....Die Weiße Lady, Prinzessin Nest, war die Tochter von Rhys ap Tweder, dem König von Wales und hat Ende des 11ten Jahrhunderts einige Zeit am Hof von König Heinrich I. in London verbracht. Sie galt als die schönste Frau in ganz Wales. Damals wie auch heute kommen viele Besucher nur wegen der Prinzessin nach Carew Castle.

Doch ihre Schönheit wurde zu ihrem Fluch. König Heinrich I. verliebte sich in Nest und sie bekamen ein gemeinsames Kind. Anschliessend arrangierte König Heinrich eine Hochzeit zwischen Nest und einem seiner respektierten Ritter, Gerald de Windsor, Konstable von Pembroke Castle. Nach einigen Schwierigkeiten heirateten die beiden letztendlich und verliebten sich. Teil der Mitgift der Prinzessin war ein Stück Land bei Carew wo sie eine Burg bauten: Carew Castle.

Trotz der Heirat hatte Nest noch viele Verehrer, unter ihnen der Cousin der Prinzessin, Owain. Er war so von ihrer Schönheit überwältigt, dass er die Burg Castle Carew belagerte und Prinzessin Nest als Geisel nahm. Der mutige Gerald, welcher während der Belagerug fliehen konnte, kam zu ihrer Rettung und tötete Owain im Kampf.

Ein Jahr später starb Gerald und Prinzessin Nest heiratete den Burgvogt von Cardigan Castle mit dem sie ein Kind bekam. Einige Zeit später starb auch Nest. Seitdem lebt ihr Geist in ihrem wahren Zuhause weiter, Carew Castle, wo viele der Bewohner von Carew sie bereits gesehen haben sollen.

Unser Eindruck von Carew Castle

Vom Parkplatz hat man einen kurzen flachen Weg bis zur Burg. In einer von einer Mauer umgebenen Fläche steht das Visitor Center. Weiter geht man durch ein kleineres Torhaus, der Tudor-Turm, in die Kernburg. Dort ist ein Platz mit einer niedrigen Ringmauer und gegenüber ist der Eingang zur inneren Burg. Hier kann man sich schon die Ritter bei Übungen vorstellen, wie sie mit ihren Rüstungen und Schwertern Übungskämpfe veranstalten.

Weiter geht es durch das Haupttor im Ostflüge..., neben dem großen dreigeschossigen Turm links und dem Alten Turm, dem Wohnbau und dem Kapellenturm rechts. Ganz rechts sieht man noch einen Teil des neueren Baus mit den großen Fenstern, aber den sieht man später besser.

Im inneren Hof entdeckt man die südliche Ringmauer, die nach dem Bürgerkrieg stark zerstört wurde. Ein Pranger verdeutlicht uns, wie brutal früher die Menschen für ihre Vergehen bestraft wurden.

Die große Halle im Westen liegt zwischen den zwei Türmen und erstreckt sich über die ganze Seite. Im Norden liegt der interessante neuere Flügel mit den rechteckigen Fenstern. Er ist aus der elisabethanischen Zeit und wurde prächtig errichtet.

Es gibt ein Kellergeschoss, darüber fünf Wohnräume und im Dachgeschoss eine 40m lange Gallery. Mir gefällt dieser Teil am besten, wenn man ihn von der anderen Seite des Carew Flusses bei einem Spaziergang bewundern kann.

Einen Spaziergang zur Gezeitenmühle lohnt sich auf jeden Fall noch, da man sie auch innen besichtigen kann. Weiter über die Brücke und auf der anderen Seite um den Millpond herum, hat man einen schönen Blick auf die Burg und die Mühle mit dem Haus.

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