Wales Reisebericht







Wales Reisebericht




Rundreise durch Wales in 18 Tagen

Nachdem wir Schottland zwei Wochen bereist hatten, um dessen Burgen und Kathedralen zu bewundern, war es naheliegend auch das Land der Burgen zu besuchen: Wales. Nach langer Planung, hatten wir folgenden Reiseplan ausgearbeitet, der 18 Tage umfasst. Herausgekommen ist eine tolle Rundreise mit den (unserer Meinung nach) schönsten Burgen in Wales. Schwerpunkt der Reise sollte die Besichtigung von Burgen und Kathedralen sein, allerdings haben wir auch Abstecher in die wunderbare Natur von Wales gemacht, was auf keinen Fall fehlen sollte.

In diesem Reisebericht listen wir nicht nur unsere sorgfältig ausgewählten Ziele aus, sondern geben auch Feedback zu den einzelnen Stationen. Wer mehr über die einzelnen Burgen und Kathedralen erfahren möchte, kann dem Link zur jeweiligen Seite folgen. Dort sind Informationen zur Geschichte der Burg, Öffnungszeiten, Preise, Bildergalerien, aber auch unser persönlicher Eindruck zu finden. Zudem geben wir in diesem Bericht Tipps zu Unterkünften, Hotels und alternativen Reisezielen.

Die Straßen in Wales sind nichts für schwache Nerven. Teilweise gibt es Straßen mit einer Steigung von 20% und mehr und zu allem Überfluss sind diese auch noch einspurig. Das heißt, wenn ein anderes Auto entgegen kommt, muss man ausweichen oder steil rückwärts fahren. Einspurige Straßen gibt es generell sehr viele, weshalb man immer vorsichtig fahren sollte. Zudem gibt es Straßen mit steilen Kurven die seitlich kaum oder gar keinen Schutz bieten, neben denen es aber steil abwärts geht.

Tipp vor der Reise: Damit wir auch ohne Internet jedes Ziel finden konnten, haben wir Wales als Offline-Karte in Google Maps heruntergeladen und alle Ziele als markierten Ort (gelbes Sternchen) gespeichert, so sind sie auch offline verfügbar. Für die Navigation haben wir zwar meistens das im Auto eingebaute Navi benutzt, aber einige unbekanntere Ziele mussten wir mit Google Maps ansteuern.

Und noch ein Tipp: Bevor man losfährt sollte man sicherstellen etwas Bargeld dabei zu haben. Vor allem Münzen werden für die Parkautomaten benötigt, welche häufig keine Karten oder Scheine akzeptieren. Auf sehr vielen Parkplätzen, auch direkt vor den Burgen, muss Parkgeld gezahlt werden. Daher ist es wichtig immer ein paar Münzen dabei zu haben.

Die Anreise begann in Düsseldorf, von wo aus wir nach Manchester, England flogen. Ein kostenloser Shuttlebus brachte uns zur Car Rental City, wo sich die Mietwagenanbieter befinden. Der Autoverleih verlief problemlos. Wir haben uns bewusst für diesen Flughafen entschieden, da ein Flug direkt nach Cardiff sehr teuer war und wir am Ende der Rundreise wieder in den Süden von Wales hätten fahren müssen. Die etwas längere Fahrt von Manchester nach Cardiff lässt sich am Anfang der Reise einfacher einplanen als am Ende. Ohne Pausen sollte die Fahrt etwa 3-4 Stunden betragen, allerdings sind wir in den Berufsverkehr geraten und so waren es dann doch knapp 5 Stunden bis zum Hotel. Cardiff ist ein guter Ausgangspunkt um den Süden Wales und den Brecon Beacon Nationalpark zu erkunden, weshalb wir hier 5 Nächte eingeplant haben.

Hinweis: Stand April 2018 gibt es viele Umbauarbeiten am Manchester Flughafen und weder Google Maps noch das eingebaute Navi im Auto kannten die neuen Straßen und Kreisverkehre.

Unser Hoteltipp: Future Inn Cardiff – der Preis pro Nacht ist für Cardiff vergleichsweise günstig und die Räume hatten in etwa den Standard eines Ibis Hotels. Das Frühstück kam in Form eines Buffets und hat alles geboten was man von einem Englischen bzw. Walisischen Frühstück erwartet. Vor allem war uns aber der kostenlose Parkplatz vor dem Hotel wichtig, der in Cardiff keinesfalls selbstverständlich ist.


Für den ersten aktiven Tag hatten wir uns zwei Burgen und eine Klosterkirche ausgesucht, die nahe beieinander liegen. Wir fuhren über Newport in Richtung Osten zu Chepstow Castle, dann weiter zur Tintern Abbey, die grösste und imposanteste der Kathedralen-Ruinen in Wales, und zuletzt zu Raglan Castle. Letzteres war für uns ein besonderes Highlight. Die Ruine ist noch gut erhalten und sieht atemberaubend aus. Danach ging es zurück nach Cardiff. Für die Besichtigung der Burgen bzw. Kathedralen und Kirchen sollte man sich nicht mehr als 2 Stunden Zeit lassen. Die meisten Anlagen die von CADW betreut werden, haben zwischen 9:30 und 17:00 Uhr geöffnet. In diesem Fall war dies völlig ausreichend, da die Burgen nur wenige Minuten voneinander entfernt liegen und nicht allzu groß sind. An manch anderen Tagen wurde es teilweise sehr knapp.

Unser Tipp: der CADW Explorer Pass. Wir hatten uns den 7-Tage Pass für zwei Erwachsene für 51 GBP (Britische Pfund) gekauft, der in einem Zeitraum von 14 Tagen nach dem ersten Besuch einer Burg gültig ist. Den Explorer Pass kann man in jedem teilnehmenden Burg Shop kaufen, was wir in diesem Fall in Chepstow Castle getan hatten.

Explorer Pass: Am 2. Tag sind alle Burgen und Kathedralen im Explorer Pass enthalten. Für die nächsten Tage werden wir erwähnen wann wir den Explorer Pass benutzt haben, bzw. hätten benutzen können. Wir haben ihn natürlich an Tagen verwendet, an denen möglichst viele Burgen im Pass enthalten waren.


Castell Coch und Caerphilly Castle liegen etwas nördlich von Cardiff und sind in 30-35 Minuten mit dem Auto zu erreichen. Zuerst fuhren wir zu dem etwas weiter nördlichen Caerphilly Castle. Danach ging es weiter nach Castell Coch, welches in nur wenigen Minuten erreichbar ist. Wieder in Cardiff sahen wir uns Cardiff Castle an. Der Eintritt zum Burggelände ist vergleichsweise teuer und wenn man alles sehen möchte, muss man an der geführten Tour teilnehmen, welche noch ein paar Pfund zusätzlich kostet. Leider haben wir die Tour damals nicht gemacht, da uns nicht klar war, dass einige Räume nur innerhalb dieser Tour besichtigt werden konnten, wie beispielsweise der Dachgarten.

Alles in allem waren wir etwas enttäuscht von Cardiff Castle. Der Preis ist sehr hoch und von der mittelalterlichen Burg ist nur noch eine Motte im Zentrum des Burggeländes vorhanden, sowie die Burgmauern, die das Gelände umgeben. Wer an der militärischen Geschichte von Wales ab dem 17. Jahrhundert bis zum zweiten Weltkrieg interessiert ist kommt hier allerdings auf seine Kosten. Die Burgmauer wurde während der Kriegszeit als Bombenbunker für die Bevölkerung genutzt und enthält einige Darstellungen aus dem zweiten Weltkrieg, was durchaus interessant ist.

Da sich Cardiff Castle in der Innenstadt befindet, haben wir uns dort im Anschluss noch etwas umgeschaut. Obwohl es die walisische Hauptstadt ist, hat sie nicht sonderlich viel Interessantes zu bieten. Der Uni Campus befindet sich in der Nähe der Burg und ist mit seinen alten Gebäuden im Vergleich zum Rest der Stadt außergewöhnlich schön. Dort gibt es auch einige Parkplätze die ab 18 Uhr kostenlos sind! Eßmöglichkeiten gibt es hier auch viele, von Fastfoodketten über Pubs bis hin zu Restaurants ist hier alles zu finden.

Explorer Pass: Die Burgen Castell Coch und Caerphilly Castle sind beide im Explorer Pass enthalten. Der Pass wurde von uns an diesem Tag verwendet.


Den vierten Tag begannen wir mit Margam Castle westlich von Wales, welches eine riesige Grünanlage zum Spazieren bietet. Vor allem für Kinder ist der Park mit einigen Spielplätzen sehr interessant. Das Schloss an sich ist leider nur sehr beschränkt besuchbar, da nur wenige Räume der Öffentlichkeit zugänglich sind. Für Familien mit Kindern eine klare Empfehlung, für uns war es leider eine kleine Enttäuschung.

Anschließend ging es zu Neath Abbey, was etwas Abseits der üblichen Touristenorte angenehme Ruhe bot. Leider gab es im April 2018 Bauarbeiten, wodurch das Haus des Abtes nicht besucht werden konnte. Danach fuhren wir an die Küste bei Southerndown. Dort erstreckt sich eine atemberaubende Steilküste, genannt Dunraven Bay. Was zuerst nicht mit auf dem Plan stand war Dunraven Castle, doch obwohl nur noch ein paar wenige Grundmauern und ein ummauerter Garten erhalten sind, hat es sich sehr gelohnt. Zumal es auf dem Weg zu einem wunderbaren Aussichtspunkt liegt.

Unser Tipp: Laden Sie sich die kostenlose CADW App im Play Store oder Apple App Store herunter. Hiermit können Sie durch Ihr Handy Dunraven Castle auf dem Hügel mit Augmented Reality in seiner vollen Pracht aus alten Tagen bewundern. Achten Sie einfach auf das Schild vor dem Schloss.


Wanderung: Gesamtdauer für Hin- und Rückweg ca. 3 Stunden, Schwierigkeit: leicht, Ausgangspunkt: Pont ar Daf Car Park (Parkplatz).

Pen y Fan ist der Name eines 886 Meter hohen Berges im Brecon Beacons Gebirge, im gleichnamigen Nationalpark. Zuerst einmal ist hier zu beachten, dass sich der Parkplatz sehr schnell füllt und man daher so früh wie möglich da sein sollte. Wir waren um kurz vor 10 Uhr morgens dort und haben nur mit Glück noch einen Parkplatz ergattern können.

Der Aufstieg ist sehr leicht und absolut für Anfänger geeignet. Bis zum Berggipfel ist ein deutlicher Wanderweg zu erkennen und gewöhnlich laufen ganze Menschenmassen den Berg hoch. Es ist eines der beliebteren Ausflugsziele in Wales. Insgesamt dauern Aufstieg und Abstieg ca. 3 Stunden, wobei der Abstieg deutlich leichter fällt und in kürzerer Zeit zu bewältigen ist als der Aufstieg. Leider hatten wir sehr dichten Nebel an diesem Tag und es war absolut nichts von der wunderschönen Aussicht zu sehen. Trotzdem war es einen Ausflug wert und auch viele andere Wanderer hat dies nicht davon abgehalten den Berg zu besteigen.

Nur knappe 15 Minuten Autofahrt entfernt liegt Brecon Cathedral. Zur Abwechslung ist diese Kathedrale keine Ruine, sondern eine gut erhaltene Kirche aus dem 11. Jahrhundert, die zwei Jahrhunderte später ihr heutiges Aussehen erhielt. Die Kathedrale ist nicht besonders groß, aber uns hat vor allem ihre äußere Fassade mit ihrem mittelalterlichen Charme gefallen, die sehr stark an eine Burg erinnert. Auf dem Gelände direkt neben dem Kircheneingang befindet sich ein kleines Café, wo man leckeren Cappuccino und sogar kleine Gerichte serviert bekommt.

Da noch ein wenig Zeit an diesem Tag blieb, haben wir einen kleinen Umweg über die A479 östlich der Brecon Cathedral zu Dinas Castell genommen. Hierbei handelt es sich nur noch um ein paar wenige Trümmer, die gerade so verraten, dass hier mal ein Gebäude stand, doch die Lage bietet einen schönen Ausblick. Leider war der Aufstieg zu der Burg, die auf dem Gipfel eines kleinen Hügels lag, so versteckt, dass wir sie nur von weitem bewundert haben und zurück zum Hotel gefahren sind.

Alternativ: Auf dem Weg von Cardiff zu Pen y Fan befindet sich Cyfarthfa Castle, kurz vor dem Brecon Beacons Nationalpark. Wer nicht wandern möchte oder den Umweg zu Castell Dinas Bran auslassen möchte, sollte sich hier eventuell mal umschauen.


Wanderung: Gesamtdauer für Hin- und Rückweg ca. 90 Minuten, Schwierigkeit: leicht, Ausgangspunkt: Llyn y Fan Fach Car Park (Parkplatz).

Check-out aus dem Future Inns Cardiff Hotel ist bis 12 Uhr möglich. Wir hatten allerdings bereits um 9:30 Uhr ausgecheckt um möglichst viel vom Tag zu haben. Zuerst ging es zum Llyn y Fan Fach See im westlichen Teil des Brecon Beacons Nationalparks. Der Weg vom Parkplatz bis zum See dauert in etwa 45 Minuten, ist allerdings sehr leicht und die Steigung nicht allzu stark. Der Ausblick, auch auf dem Weg bis hin zum See, ist die Wanderung allemal wert. Wer noch mehr laufen möchte braucht nur den anderen Leuten den Berg hinauf zu folgen. Ab hier geht es allerdings querfeldein und der Aufstieg ist recht steil. Wir sind nur einen Teil hochgelaufen, allerdings sollte es nicht allzu lange bis zum Gipfel dauern. Die Aussicht ist sicherlich atemberaubend dort oben, leider mussten wir uns auf den Weg zur nächsten Burg machen.

Die nächste Station war Carreg Cennen Castle, was an sich schon eine tolle Burg ist, aber eine fast noch tollere Aussicht bietet, da es auf einem Hügel liegt und umgeben ist von weiten Wiesen und Feldern. Sehr interessant ist vor allem der Kerker, in dessen Tiefen wir uns nicht ganz runter getraut haben. Dann ging es weiter zu unserem nächsten Hotel in St. Florence, in der Nähe von Tenby.

Alternativ: Wer keine Lust auf die Wanderung zum See hat oder noch genügend Zeit, der sollte die kleine Kirche Llandyfeisant Church und Dinefwr Castle besichtigen, die nicht allzu weit von Carreg Cennen Castle entfernt nahe beieinander liegen. Hierzu hatte uns leider die Zeit gefehlt.

Unser Hoteltipp: Personage Farm Inn, St. Florence – Ausschlaggebend für unsere Wahl dieser Bed & Breakfast Unterkunft waren die Lage und das Preisleistungsverhältnis. Wichtig waren uns ein Zimmer mit eigenem Bad, Internet, Frühstück und vor allem ein kostenloser Parkplatz! Da diese Unterkunft all dies bietet sprechen wir gerne unsere Empfehlung aus. Das Frühstück war sehr gut und wird nach Wunsch zubereitet. Die Unterkunft bietet auch ein Pub, welcher abends gut besucht ist, aber uns keineswegs gestört hat, da unser Zimmer auf der anderen Seite des Gebäudes lag. Wir haben ein paar Abende im Pub gegessen und können auch das Essen empfehlen!

Explorer Pass: Carreg Cennen Castle ist im Pass enthalten. Da dies aber die einzige Burg an diesem Tag war haben wir den Pass nicht benutzt.


Wir kamen bereits um 10 Uhr an Laugharne Castle an und hatten die Burg so fast für uns alleine. Auf den ersten Blick vielleicht nicht die imposanteste Burg, bietet die Ruine doch einiges. Am Eingang befindet sich ein kleiner Garten in dem man im Schatten der Bäume entspannen kann und ein Burgturm bietet eine wunderbare Aussicht auf das Meer. Zudem steht dort ein kleines Häuschen, in dem der Poet Dylan Thomas einige seiner Werke verfasst haben soll.

Obwohl die drei Burgen sehr nahe beieinander liegen, sind sie von Meereszungen getrennt die umfahren werden müssen, weswegen sich die Fahrtzeit an diesem Tag etwas in die Länge gezogen hat. Insgesamt ca. 2 1/2 Stunden für 135 km von unserem Hotel aus, bis zu den drei Burgen und den ganzen Weg wieder zurück zum Hotel. Llansteffan Castle liegt in der Nähe des Strandes von Llansteffan, wo sich auch ein großer Parktplatz befindet von dem aus man die Burgruine erreichen kann. Die Burg ist etwa 10 Minuten Fußweg vom Strand entfernt und kann kostenlos besucht werden.

Die letzte Burg an diesem Tag ist Kidwelly Castle, eine der am besten erhaltenen Burgruinen in Wales die noch einen guten Eindruck von ihrem ursprünglichen Aussehen gibt.

Explorer Pass: Die Burgen Laugharne Castle und Kidwelly Castle sind beide im Explorer Pass enthalten. Llansteffan Castle kann kostenfrei besucht werden. Der Pass wurde von uns an diesem Tag verwendet.


Carew Castle liegt gerade einmal 6 km von unserem Hotel entfernt und ist in weniger als 10 Minuten mit dem Auto erreichbar. Da die Burg erst um 10 Uhr öffnet gab uns dies die Möglichkeit ein paar Minuten länger zu schlafen als sonst. Auf dem Gelände gibt es außerdem noch einen Damm mit einer Gezeitenmühle, die im Eintrittspreis mit inbegriffen ist und besichtigt werden kann. In der Nähe des Parkplatzes steht ein altes keltisches Kreuz, das Carew Cross, aus dem 11. Jahrhundert. Es wurde als Vorlage für das Logo „Cadw“, eine Organisation der walisischen Regierung, die sich um den Schutz und Erhalt der Burgen und historischen Sehenswürdigkeiten in Wales kümmert, benutzt.

Weiter geht es zum ebenfalls nur wenige Minuten entfernten Pembroke, wo sich Pembroke Castle befindet. Sehr anschaulich sind dort die lebensgroßen Schautafeln mit Personen des täglichen Lebens auf der Burg und kurzen Geschichten.

Unser letzter Halt heute ist die Saint Govan’s Chapel, ganz im Süden von Pembrokeshire.

Achtung: Der Weg zu der Kapelle führt durch ein Militärgebiet. Die roten Warnschilder hätten uns fast dazu bewegt umzukehren, zum Glück hatten wir es dann trotzdem gewagt. Keine Angst, die Straße ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Einfach der Strasse folgen bis man an einen Parkplatz direkt an der Küste gelangt.

Die Kapelle wurde im 6. Jahrhundert zu Ehren des Mönchs Saint Govan errichtet und befindet sich direkt in den Klippen. Der Abstieg scheint zunächst etwas abschreckend, vor allem wenn die Wellen gegen die steilen Klippen schlagen, es ist aber völlig ungefährlich. Eine Steintreppe mit Geländer gibt einem sicheren Halt bis zur Kapelle. Diese besteht nur aus einem kleinen leeren Raum und ist relativ unbeeindruckend, allerdings strahlt der Raum eine unglaubliche Ruhe und Stille aus, und selbst die schallenden Wellen sind dort kaum zu hören. Besonders sehenswert sind die Klippen auf der anderen Seite der Kapelle. Hierzu muss man nur durch den kleinen Raum laufen und gelangt in die Bucht. Schöne Felsformationen und eine tolle Steilküste mit herrlicher Aussicht sind hier auch zu bewundern. Ein Weg entlang der Küste lädt zum Wandern ein.

Da die beiden Burgen Carew Castle und Pembroke Castle von privaten Organisationen betreut werden, konnten wir den CADW Explorer Pass hier nicht benutzen. Saint Govan’s Chapel ist frei zugänglich.


Heute geht es durch den Pembrokeshire Coast National Park in nordwestliche Richtung zu dem kleinen Ort St. Davids. Dort besuchten wir die St. David’s Cathedral und den St. Davids Bishop’s Palace. Die Kathedrale ist bis heute noch in Gebrauch und hat neben einem kleinen Klostergarten auch einen Friedhof und ein Cafe. Der Bishop’s Palace ist wahrhaftig ein Palast. Trotzdem er nur noch eine Ruine ist, sind seine Ausmaße gewaltig.

Alternativ: Entlang der Küste des Pembrokeshire Coast National Parks gibt es viele Wanderwege, auch in St. Davids. Vor der Rückfahrt nach Tenby, die eine gute Stunde beträgt, kann man hier schöne Spaziergänge unternehmen. Alternativ kann man auch auf den Besuch von Tenby verzichten und weiter entlang der Küste fahren, um weitere Wanderwege zu entdecken.

Tenby hat zwar eine Burg und andere historische Gebäude zu bieten, allerdings empfanden wir diese nicht als allzu interessant, weswegen wir uns hier nur den schönen Hafen mit seinen bunten Häusern angeschaut haben. Hier soll gesagt sein, dass es sehr schwierig ist einen Parkplatz in Tenby zu finden und die Strassen unglaublich eng sind. Im Three Mariners Inn haben wir zu Abend gegessen und dazu einen fruchtigen Ale getrunken, der uns sehr gut geschmeckt hat. In Tenby hat man eine große Auswahl an Pubs und Restaurants.

Alternativ: Vor Tenby liegt eine kleine Insel im Meer, die nur bei Ebbe oder mit dem Boot zu erreichen ist. Auf ihr liegt das St Catherine’s Fort, eine Befestigung aus dem 19. Jahrhundert. Dort wurden einige Szenen aus der BBC TV-Serie Sherlock gedreht.  Leider hatten wir keine Gelegenheit sie zu besuchen, aber sie sieht recht interessant aus.

Wegen der großen Entfernung von St. Davids bis Tenby beträgt die Fahrtzeit an diesem Tag insgesamt gute 2 Stunden für 122 km.

Explorer Pass: Der St. Davids Bishop’s Palace ist im Pass enthalten. Der Pass wurde von uns an diesem Tag verwendet.


Wir müssen das Hotel wieder verlassen und fahren in den Norden nach Aberystwyth. Auf dem Weg machen wir einen Schlenker zur Pentre Ifan Burial Chamber, einem megalithischen Monument aus der Steinzeit von 3500 v. Chr. Im Gegensatz zu Stonehenge in England, kann man die Steine auch berühren und aus nächster Nähe betrachten. Das Monument ist von Zäunen umgeben mit unzähligen Schafen auf den Wiesen. Da wir im April dort waren, konnten wir auch viele süße Lämmchen sehen.

Weiter geht es zu den Cenarth Falls, welche trotz des Namens keine wirklichen Wasserfälle sind, sondern eher Wasserfällchen. Die Fälle liegen direkt an einem kleinen Parkplatz auf dem man gegen eine kleine Gebühr parken kann (obwohl dies auch kostenlos am Straßenrand möglich ist). Neben den Wasserfällen befindet sich eine kleine Brücke die ebenfalls den Namen des kleinen Ortes trägt und aus dem 18. Jahrhundert stammt. Entlang des Flusses gibt es einen schönen Wanderweg, der sich zu laufen lohnt.

Da die Fahrt nach Aberystwyth sehr lang ist, hatten wir an diesem Tag nicht viel geplant. Nachdem wir im Hotel angekommen waren, haben wir uns auf den Weg gemacht, um die Studentenstadt zu erkunden. Unser erstes Ziel war die Burg, welche kostenlos besichtigt werden kann. Obwohl nur noch wenig von der Burgruine steht, ist sie unglaublich interessant und es lassen sich überall versteckte Durchgänge und Räume finden. Das schöne alte Old College der Aberystwyth Universität, in der schon Prince Charles Absolvent war, liegt direkt an der Strandpromenade. Anschließend haben wir in einem der zahlreichen Pubs zu Abend gegessen. Auch Fastfood Ketten wie Subway, Burger King und KFC gibt es hier.

Unser Hoteltipp: The Glengower, Aberystwyth– 4-Sterne Hotel mit wunderschönen Zimmern und Ausblick auf das Meer. Das Frühstück war wie überall typisch Englisch bzw. Walisisch und hat uns sehr gut geschmeckt. Wir haben für eine Nacht umgerechnet ca. 100 Euro bezahlt, was recht viel ist, aber da wir sowieso nur eine Nacht dort waren wollten wir uns etwas Besseres gönnen, und haben es nicht bereut. Das Hotel liegt direkt am Meer. Parkplätze gibt es hier ebenfalls genug. Entlang der ganzen Straße darf hier kostenfrei geparkt werden, allerdings waren wir uns nicht sicher wie lange dort geparkt werden darf. Bis zum nächsten Morgen war es jedenfalls kein Problem.


Heute trennen wir uns nur ungerne von unserem schönen Zimmer in Aberystwyth, aber es geht wieder weiter nach Norden zu unserem vorletzten Hotel in Llanberis. Die Fahrzeit beträgt insgesamt 3 Stunden bei einer Strecke von 152 Km. Unterwegs besichtigen wir Harlech Castle, eine sehr gut erhaltene Burg die  zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Leider kann man sich das Wetter nicht aussuchen und gerade in Wales ist es unvorhersehbar. Der Nebel an diesem Tag war so dicht, dass wir kaum die Straße erkennen konnten. Die Burg Harlech Castle war ebenfalls komplett in Nebel gehüllt, was ihr eine düstere Atmosphäre verlieh. Zwar war von der tollen Aussicht nichts zu sehen, aber die Burg war auch unter diesen Bedingungen sehr sehenswert. Bei besserem Wetter und Sichtverhältnissen wäre diese Burg mit Sicherheit eine unserer Top Favoriten geworden.

Weiter nördlich liegt Criccieth Castle, auf einem Hügel, mit einer atemberaubenden Aussicht. Dann machen wir uns auf den Weg nach Caernarfon, wo man sich sehr gut mit Lebensmitteln und Getränken im Supermarkt Morrisons eindecken kann. Direkt daneben befindet sich eine Tankstelle, ebenfalls von Morrisons, welche vergleichsweise günstig war. Ohne Sightseeing geht es weiter nach Llanberis zum Check-in im The Royal Victoria Hotel. Hier in der Bar haben wir die nächsten Abende unseren Hunger gestillt, da es gutes und leckeres Essen gab. Außerdem gab es nicht besonders viele Alternativen in dem kleinen Ort Llanberis.

Unser Hoteltipp: The Royal Victoria Hotel, Llanberis – Die Lage des Hotels ist perfekt um den Norden von Wales zu erkunden, und bietet sich optimal als Ausgangspunkt für Wanderungen im Snowdonia National Park an. An Wochenenden ist das Hotel von Wanderern fast überfüllt, daher sollte man rechtzeitig buchen. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist gut und man kann kostenlos auf dem Hotelparkplatz parken, was in unserem Fall wieder von höchster Priorität war. Das Hotel hat sicherlich schon bessere Tage gesehen. Das Hauptgebäude sieht toll aus, ebenso wie die Lobby, allerdings sind die Zimmer recht klein und veraltet. Das Frühstück wird in einem großen Saal eingenommen. Besonders schön ist ein kleiner gemütlicher Raum neben dem großen Saal wo man ebenfalls Essen kann. Es steht ein großes Buffet mit typisch Englischem Essen bereit.

Explorer Pass: Harlech Castle und Criccieth Castle sind im Pass enthalten, welcher von uns an diesem Tag verwendet wurde.


Caernarfon ist eine etwas größere Stadt etwa 15 Minuten Autofahrt entfernt von Llanberis. Dort befindet sich die erste Burg an diesem Tag: Caernarfon Castle. Es liegt an der Menai Meerenge, ebenso wie Beaumaris Castle. Nur liegt ersteres auf dem Festland und Beaumaris auf der Insel Anglesey, welche über eine Brücke schnell erreichbar ist. Caernarfon Castle ist eine eindrucksvolle und gut erhaltene Burg, die einen Besuch unbedingt wert ist. Unterhalb der Burg ist ein Parkplatz, auf dem man für ca. 4 GBP (Pfund) für mehrere Stunden parken kann. Bevor man sich auf den Weg zur nächsten Burg macht, sollte man sich Caernarfon Castle auch von außen einmal genauer anschauen. Der Hafen biete dazu einige schöne Aussichtspunkte.

Die Insel Anglesey ist ebenfalls in wenigen Minuten zu erreichen. Auf der Insel liegt die Burg Beaumaris Castle. Auch hier sind viele kostenpflichtige Parkplätze in der Nähe vorhanden, sodass die Anfahrt kein Problem darstellt. Nicht nur die Burg ist einen Besuch wert, sondern auch der umliegende Ort ist sehr schön und liegt direkt am Meer.

Da die beiden Burgen Caernarfon und Beaumaris sehr groß sind, wird es zeitlich knapp noch eine dritte Burg zu besichtigen. Ursprünglich hatten wir noch geplant nach Plas Newydd House & Gardens zu fahren, allerdings war das Schloss bereits geschlossen als wir ankamen. Die Fahrzeit an diesem Tag beträgt insgesamt etwas mehr als 1 Stunde für ca. 61 km.

Alternativ: Wer noch genügend Zeit übrig hat sollte sich Plas Newydd House & Gardens auf Anglesey anschauen, was nur etwa 20 Minuten entfernt von Beaumaris Castle liegt. Zwar konnten wir das Grundstück nicht mehr betreten, allerdings sah das Schloss auch von weitem sehr beeindruckend aus und der schöne Garten lud zum Spazieren ein. Wer lieber noch einmal einen Abstecher an die Küste machen möchte, sollte nach Ynys Llanddwyn fahren. Dort finden sich schöne Strände und ein idyllischer Leuchtturm. Ynys Llanddwyn ist im Süden von Anglesey und etwa 50 Minuten Autofahrt von Beaumaris Castle entfernt.

Explorer Pass: Heute konnten wir den Cadw Explorer Pass wieder für beide Burgen benutzen.


Da es doch ein recht strammes Programm ist, haben wir uns am 13. Tag dazu entschieden nur eine Burg zu besichtigen. Conwy Castle liegt im Norden von Wales und ist eine der größeren Burgen, weswegen eine Besichtigung etwas länger dauert als bei den anderen Burgen. Zwei Straßen von der Burg entfernt befinden sich reichlich kostenpflichtige Parkplätze, die sich allerdings auch schnell füllen. Dort ist auch der Ticket Shop. Man findet etwas weiter entfernt auch kostenlose Parkplätze, allerdings muss man ein Stückchen laufen und das teilweise über die Straßen. Es lohnt sich aber die Burg einmal zu umfahren, da es verschiedene Aussichtspunkte gibt von denen aus man sie in ihrer vollen Pracht betrachten kann.

Der nette kleine Ort Conwy ist teilweise von einer Wehrmauer umgeben, die man kostenlos besichtigen kann. Von dort oben hat man eine tolle Aussicht auf die ganze Stadt. Ein Rundgang ist auf jeden Fall empfehlenswert. Anschließend haben wir den Ort selbst noch etwas besichtigt.

Alternativ: Im Conwy Castle Ticket ist das Elisabethanische Stadthaus Plas Mawr enthalten, welches sich nur ein paar Straßen von der Burg entfernt befindet. Aber Achtung: Wie die meisten Burgen schließt das Museum bereits um 17 Uhr, daher sollte man das Stadthaus vor dem Mauerrundgang besuchen.

Conwy ist nur eine gute halbe Stunde entfernt von Llanberis, weshalb wir insgesamt nur eine Fahrzeit von 1 Stunde  und 5 Min. haben.

Explorer Pass: An diesem Tag haben wir den Pass für Conwy Castle verwendet.

Alternativ: Wer keine Lust hat sich Conwy genauer anzuschauen und lieber noch mal einen Ausflug in die Natur machen möchte sollte sich die Aber Falls anschauen, welche sich sehr gut für eine Wanderung eignen. Auf der Rückfahrt von Conwy in Höhe von Abergwyngregyn, liegt die Abfahrt Richtung Aber Falls.


Heute geht es in den Osten von Wales. Chirk Castle liegt Nahe der Grenze zu England und wird von National Trust betreut. Die Burg ist noch komplett erhalten und in einem sehr guten Zustand. Zur Abwechslung mal keine Ruine, sondern ein Museum mit wunderschönem Garten und riesigem Grundstück.

Ganz in der Nähe befindet sich die Burgruine Castell Dinas Bran (nicht zu verwechseln mit Dinas Castell). Es ist eine kleine Wanderung auf einen Hügel notwendig um die Burg zu erreichen, weswegen wir sie nur aus der Ferne betrachtet haben. Der Ausblick vom Gipfel wäre die Mühe aber sicherlich wert. Fast um die Ecke von hier befindet sich Valle Crucis Abbey, eine schöne Ruine die einst eine Abtei war. Der Ticket Shop befindet sich direkt am Eingang der Abtei. Was allerdings zu Verwirrung führt, ist der Campingplatz, der direkt vor der Abtei liegt und der dazugehörige Shop, der aber nichts mit der Abtei zu tun hat! Die Abtei ist nicht allzu groß und als wir am Eingang ankamen, war kein Mitarbeiter dort, weswegen wir die Abtei kostenfrei besichtigen konnten.

Alternativ: Leider hatten wir es nicht geschafft Castell Dolwyddelan zu besichtigen, was nur einen kleinen Umweg über die A470 im Snowdonia National Park liegt. Falls man genug Zeit hat sollte man sich diese Ruine genauer anschauen, da sie eine tolle Aussicht zu bieten scheint. Leider muss man Eintritt bezahlen, trotz der abgelegenen Lage und einem Turm als einziges Überbleibsel.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Halt in Betws-y-Coed gemacht, um dort Abend zu essen. Betws-y-Coed ist ein niedliches kleines Dörfchen mit einer Bahnstation, ein paar kleinen Geschäften und einem schönen Park.

Die heutige Fahrtzeit beträgt etwa 3 Std. und 15 Min. –  180 Km.

Explorer Pass: Valle Crucis Abbey wird von CADW betreut, allerdings lohnt es sich nicht den Pass an diesem Tag zu verwenden.


Auch in Llanberis selbst lässt sich einiges unternehmen. Am Vortag hatten wir Fahrkarten für den Snowdon Mountain Railway gekauft, eine Eisenbahn die bis auf den Gipfel des Bergs Snowdon fährt, der höchste Berg in Wales. Je nach Jahreszeit fährt die Eisenbahn allerdings nur zu einer Zwischenstation, da in kälteren Monaten die Gleise auf dem Gipfel zugefroren sind. In unserem Fall wäre die Bahn auch nur bis dort gefahren, doch unsere Fahrt viel komplett ins Wasser. Es regnete zu stark und war zu nebelig, sodass alle Fahrten ausgefallen sind. Mit sowas muss man in Wales leider rechnen. Uns wurde das Geld dann vor Ort zurückerstattet. Man sollte auf jeden Fall trotzdem im Shop vorbeischauen, um sein Geld zurück zu erhalten, denn die Tickets sind nicht günstig.

Tipp: Der Snowdon Mountain Railway ist sehr beliebt und schnell ausverkauft. Man sollte sich bereits am Vortag die Tickets kaufen. Es gibt außerdem die Möglichkeit, nur die Hinfahrt zu buchen und den Weg vom Gipfel hinunter zu laufen. Die Wanderung soll nur etwa 2 Stunden dauern und ist an schönen Tagen sicherlich empfehlenswert.

Da der starke Regen nicht nachließ haben wir uns kurzerhand entschieden eine Bustour in den Electronic Mountain zu buchen. Der einstige Steinbruch, der tausenden Menschen einen Arbeitsplatz gab, wurde 1969 geschlossen und einige Jahre später zu einem unterirdischen Elektrokraftwerk umgebaut. Die Bustour dauerte nur eine gute Stunde, aber da die Einblicke sehr interessant waren, hatte es sich dennoch gelohnt.

Als der Regen am späten Nachmittag nachließ, sind wir an dem See Llyn Padarn in Llanberis Spazieren gegangen und haben uns anschließend die Burgruine Castell Dolbadarn angeschaut, welche nur 5 Minuten Fußweg von unserem Hotel entfernt liegt und kostenfrei besichtigt werden kann.

Tipp: Castell Dolbadarn hat keine Öffnungszeiten und kann somit zu jeder Zeit besichtigt werden. Wir haben uns Nachts im Dunkeln hinauf gewagt und wunderbare Aufnahmen vom Sternenhimmel mit Dolbadarn im Vordergrund gemacht.


Die Besichtigung von Penrhyn Castle war ursprünglich an einem anderen Tag geplant, doch da wir es nicht geschafft hatten, haben wir es auf diesen Tag verlegt. Dadurch ist die Route etwas ungünstig. Zuerst geht es in den Norden nach Penrhyn Castle und danach in den Süden. Penrhyn Castle wird von National Trust betreut und ist keine klassische Burg aus dem Mittelalter, sondern wurde im 19. Jahrhundert im Stil einer normannischen Burg gebaut. Die Burg ist dementsprechend gut erhalten und es gibt eine große Anzahl an Zimmern zu besichtigen, die einen guten Einblick in das Leben im 19. Jahrhundert bieten.

Weiter geht es nach Beddgelert, ein kleines Dorf im Snowdonia National Park, inmitten wunderbarer Landschaft mit unzähligen Wanderrouten. In dem Dorf gibt es die ikonische Steinbrücke, die man auf so vielen Bildern im Internet findet. Außerdem befindet sich in dem Dorf, auf einer großen Wiese, das Grab von Gelert, dem Hund eines Lords aus dem 13. Jahrhundert, dessen Geschichte uns zu Tränen gerührt hat.

Als nächstes geht es zu einem der für uns sonderbarsten Orte in Wales: Portmeirion. Was wir zuerst für ein normales Dorf hielten, stellte sich eher als Freizeitpark heraus, welcher auch Öffnungszeiten hat. Die Preise hatten es auch in sich, 11 GBP (Britische Pfund) pro Person, um ein Dorf zu besichtigen, in dem alles weitere ebenfalls gekauft werden muss. Da wir erst recht spät dort waren, haben wir allerdings einen Rabatt erhalten, wofür es sich dann doch gelohnt hat. Der Ort ist einem italienischen Küstendorf nachempfunden und bietet neben vielen kleinen Shops auch Cafés in denen man entspannen kann. Auch ein Hotel gibt es dort, in dem es sich sicher lohnt ein oder zwei Nächte zu bleiben. Alles in allem haben wir den Besuch nicht bereut, das Dorf ist wirklich schön und eine angenehme Abwechslung zu dem ansonsten relativ düster wirkenden Wales. Leider konnten wir uns wegen der Öffnungszeiten nicht sehr lange dort aufhalten.

Der kleine Freizeitort Portmeirion im Stil einer italienischen Hafenstadt

Trotz des Umwegs in den Norden nach Penrhyn Castle betrug die Fahrtzeit an diesem Tag nur ca. 2 Stunden bei einem Fahrtweg von 110 km.

Tipp: Auf dem Rückweg nach Llanberis sind wir über die A498 gefahren. Entlang dieser Straße gibt es zahlreiche Aussichtspunkte auf das darunter liegende Tal mit einer unglaublich schönen Landschaft.


Da Wales nicht nur wunderschöne historische Gebäude, sondern auch unglaubliche Landschaften bietet, hatten wir uns entschieden einen ganzen Tag dem Wandern zu widmen. Snowdonia ist für seine Schönheit bekannt, also war es passend, sich hier eine schöne Route herauszusuchen.

Wanderung: Gesamtdauer für Hin- und Rückweg ca. 6 Stunden, Schwierigkeit: mittel bis schwer, Ausgangspunkt: Ogwen Cottage.

Ursprünglich sind wir auf Glyder Fawr gestoßen, weil es auf diesem Gipfel eine Felsformation gibt, welche Castell y Gwynt (dt. Schloss/Burg des Windes) genannt wird. Der Aufstieg ist allerdings schwierig und sollte nicht von Anfängern bestritten werden. Da wir Anfänger waren bzw. sind, haben wir uns vor Ort kurzerhand umentschieden und sind auf den benachbarten Hügel gestiegen. Unser Ausgangspunkt für die Wanderung war das Ogwen Cottage am westlichen Ende des Ogwen Sees. Von dort aus führt ein gut sichtbarer Wanderpfad zum Llyn Idwal See, welchen wir entlang der östlichen Seite zum Idwal Slab (dt. Idwal Felsen) folgten.

Hier wird der Aufstieg etwas anstrengender und steiler, aber der Pfad lässt sich über kleine Steinfelsen noch gut folgen. Diesem Pfad folgten wir bis wir zu einer Kreuzung kamen, die entweder den Berg hinauf oder herunter zur westlichen Seite des Llyn Idwal Sees führte. Wir entschieden uns für Ersteren und machten uns an den Aufstieg, welcher auf allen Vieren bestritten werden musste. An diesem Punkt hat man bereits eine wunderbare Aussicht auf den Llyn Idwal See und das Ogwyn Tal. Falls einem der Aufstieg hier also zu schwer ist, sollte entweder umkehren oder dem Pfad entlang der östlichen Seite des Llyn Idwal Sees folgen. Wer allerdings fit genug ist, sollte den Aufstieg wagen, denn oben wartet ein ruhiger kleiner See und ein unglaublich schöner Ausblick.

Ausblick auf Llyn Idwal und das Tal Ogwen Valley von Glyder Fawr

Nach dem Aufstieg erreicht man ein Plateau, welches angenehm flach ist. Hier befindet sich der kleine See Llyn Cwn, an dem viele Wanderer eine Pause einlegen. Von hier aus kann man sich entscheiden in Richtung Süden den Glyder Fawr zu erklimmen, welcher in greifweite ist, uns allerdings ein steiler Aufstieg auf losem Kies von ihm trennt. Von diesem Gipfel aus, ist auch die Steinformation Castell y Gwynt zu erreichen. Da uns dieser Weg doch ein wenig zu schwierig erschien und der Gipfel halb im Nebel versteckt war, sind wird von dem See Llyn Cwn aus nach Norden gelaufen.

Der Wanderweg ist hier wieder gut erkenn- und überschaubar. Erst geht es leicht aufwärts, dann aber sehr steil weiter, was eine absolute Tortur war. Der Ausblick auf dem Gipfel war es aber allemal wert! Vom Gipfel aus kann man sogar den Parkplatz neben dem Ogwen Cottage sehen von dem aus wir gestartet sind. Hier kann man weiter nördlich nun einen steilen Abstieg in Richtung des Sees Llyn Idwal folgen. Aber auch dies erschien uns etwas zu schwierig und lebensgefährlich; trotzdem schlugen einige Wanderer diesen Weg ein. Daher hatten wir uns kurzerhand dazu entschieden, den Weg den wir gekommen waren, wieder zurückzulaufen. Der Weg ist allerdings etwas länger und der Abstieg über die Felsbrocken auch nicht ganz ohne, vor allem da sich unsere Beine bereits wie Pudding anfühlten.

Insgesamt hat diese Wanderung mit Auf- und Abstieg etwa 6 Stunden gedauert. Man sollte also reichlich Zeit mitbringen. Ein paar Flaschen Wasser und etwas zum Essen sind auch keine schlechte Idee. Da wir blutige Anfänger waren und uns mit solchen Wanderungen nicht auskannten, hatten wir auch keinerlei Navigations- oder Notfall Ausrüstung dabei, was fatal hätte enden können. Falls man sich für diesen Aufstieg entscheidet, sollte man sich unbedingt vorher informieren, was für einen solchen Aufstieg nötig ist: GPS, Wanderkarte, Trillerpfeife, etc.

Nach der langen Wanderung ging es zum Flughafen von Manchester. Vom Ogwen Cottage aus sind das etwa 150 km die man in weniger als 2 Stunden gut fahren kann.

Unser Hoteltipp: Holiday Inn Express Manchester Airport Hotel – Das Hotel befindet sich direkt am Manchester Flughafen und bietet einen Parkplatz für 8 GBP pro Tag. Das Frühstück ist mit inbegriffen und wird in Form eines Buffets serviert, allerdings ist es nicht besonders gut. Die Zimmer waren für den Preis vollkommen in Ordnung.


Der letzte Tag ist optional. Da wir am Vortag keinen Rückflug mehr bekommen haben, mussten wir eine Nacht am Flughafen verbringen und sind daher erst am 18. Tag zurück geflogen. Dies hatte allerdings den Vorteil, dass wir uns am Vortag noch Zeit lassen konnten nach Manchester zu fahren, ohne uns sorgen zu müssen, möglicherweise den Flug zu verpassen. Der letzte Tag war dementsprechend sehr entspannt. Unser Rückflug ging am Nachmittag und wir hatten genug Zeit auszuschlafen, auszuchecken und zum Flughafen zu fahren.


Falls Sie Fragen zu der Route oder den Sehenswürdigkeiten in Wales haben können Sie gerne ein Kommentar hinterlassen oder uns eine E-Mail schreiben, wir melden uns dann schnellstmöglich zurück und geben gerne zusätzliche Tipps.

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